Die Brücke des Gebets


Nachdem zuletzt im Jahr 2011 Gäste von der Bibelschule Baboua aus der Zentralafrikanischen Republik in unserem Kirchenkreis zu Gast waren, war es im September endlich so weit: Für drei kostbare Wochen der Begegnung hatten sechs Schwestern und Brüder die lange Reise auf sich genommen. Zwei Pastoren, eine Hebamme, ein Mechaniker, ein Student der Bibelschule und eine Vertreterin der Frauenarbeit waren der Einladung nach Deutschland gefolgt. Sie brachten Grüße und Lebensbeschreibungen aus Baboua und nahmen in Gesprächen und Begegnungen Eindrücke des Lebens der Christen in Deutschland mit nach Hause. Dazu kam praktische Unterstützung: die Kurzausbildung des Mechanikers zur Elektro-Fachkraft und zehn Solarlampen für die Bibelschule.

Das Programm war randvoll: Begegnungen in Kirchengemeinden und Einrichtungen des Kirchenkreises, Gespräche im Missionswerk Hermannsburg und im Landeskirchenamt in Hannover. Einen Besuch in Wittenberg, der Wirkungsstätte Martin Luthers, hatte sich die Gruppe im Jahr des Reformations-Jubiläums gewünscht. Denn als evangelisch-lutherische Minderheitskirche sind sie Martin Luther dankbar für seine theologischen Klarstellungen und für die Anstrengung, die Bibel in die Sprache zu übersetzen, die die Menschen verstehen. Die Gäste hatten außer dem Kulturschock, aus einem der ärmsten Länder Afrikas in eins der reichsten Länder Europas zu kommen, auch noch das regnerisch - kühle Herbstwetter zu verdauen. Dabei halfen der Kreis der Unterstützer, die Dolmetscher, die Gastgeber, die Schwestern des Mutterhauses in Lemförde und die vielen persönlichen Begegnungen.

Im Gemeindehaus in Lemförde gab es eine Begegnung zum Bibelgespräch. Am Anfang stand das gesungene Gotteslob in Sango, verstärkt durch die Musik der Trommel. Im Gespräch entdeckten die Teilnehmenden die verbindende Kraft des Bibelworts. Am Ende stand das Vaterunser, jeweils in der eigenen Sprache gesprochen. Beeindruckend war das Friedensgebet in der Martin-Luther-Kirche. Das gemeinsame Gebet in verschiedenen Sprachen, begleitet vom Entzünden der Fürbitt - Kerzen, wurde für alle zur Brücke, die verbindet.

Birgit Tell, Pastorin in Burlage

Gste aus ZAR Nr. 3